Der Umzug einer GmbH ist sowohl innerhalb einer Stadt oder Gemeinde als auch von Stadt zu Stadt oder Gemeinde zu Gemeinde eine Angelegenheit, die mit Einführung des Gesetzes zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen (MoMiG) in notarieller Form zur Eintragung im Handelsregister angemeldet werden muß. 

Änderung der Geschäftsanschrift im Handelsregister

Seit Einführung des Gesetzes zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen (MoMiG) zum 1. November 2008 muss die Änderung der Geschäftsanschrift einer GmbH in notarieller Form zur Eintragung im Handelsregister angemeldet werden. Die korrekte Angabe der Geschäftsanschrift hat insofern eine besondere Bedeutung, da dort Zustellungen, z.B. die Zustellung eines Mahnbescheids oder einer Klage, erfolgen können. Bis zum Inkrafttreten des Gesetzes zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen (MoMiG) war bisweilen zu beobachten, dass sich unseriöse Unternehmer einer deutschen GmbH bedienten, die faktisch jedoch keinen Geschäftssitz in Deutschland hatten und somit in der Praxis nicht zu greifen waren. Zustellungen waren nur mit erheblichem bürokratischen Aufwand möglich. Heute ist eine öffentliche Zustellung durch Aushang an der Gerichtstafel deutlich einfacher, wenn unter der im Handelsregister eingetragenen Geschäftsanschrift tatsächlich keine Geschäftsräume mehr existieren. Die öffentliche Zustellung durch Aushang kann schwerwiegende Folgen haben, wenn beispielsweise die Zustellung einer Klage durch Aushang erfolgt und mangels Kenntnis dessen daraufhin ein Versäumnisurteil gegen die GmbH ergeht. Geschäftsführer einer GmbH sind daher verpflichtet und angehalten, stets für die Eintragung der aktuellen Geschäftsanschrift zu sorgen, bestehend aus Straße, Hausnummer, Postleitzahl und Ort. Über das elektronische Handelsregister ist die Geschäftsadresse für jeden einsehbar.

Alternativ zur Geschäftsanschrift der GmbH kann auch die Adresse eines Geschäftslokals, die Wohnanschrift eines Geschäftsführers, Gesellschafters oder eines sonstigen Zustellungsbevollmächtigten angegeben werden. Ferner besteht auch die Möglichkeit, eine weitere empfangsberechtigte Person im Handelsregister einzutragen.

Sitzverlegung einer GmbH im Inland

Der Sitz einer GmbH wird anlässlich der Gründung der Gesellschaft zusammen mit anderen notwendigen Angaben im Handelsregister eingetragen. Der Sitz der GmbH muß bei der Gründung so genau in der Satzung bezeichnet werden, daß eine Bestimmung des zuständigen Amtsgerichts mit dem entsprechenden Handelsregister ohne weiteres möglich ist. Das ist entweder die Angabe einer Gemeinde oder einer Stadt, ggf. mit Zusatzangaben bei Städten mit mehreren Gerichtsbezirken. Während in der bayerischen Landeshauptstadt München die Angabe „München“ ausreichend ist, bedarf es in Berlin wegen der Vielzahl von Gerichtsbezirken einer weiteren Konkretisierung, z.B. Berlin-Mitte. Zieht also eine GmbH innerhalb von München um, bedarf es nur der Anmeldung und Eintragung der aktuellen Geschäftsanschrift im Handelsregister. Zieht eine GmbH jedoch von Berlin-Charlottenburg nach Berlin-Mitte um, bedarf bedurfte es neben der Aktualisierung der Geschäftsanschrift früher auch einer Satzungsänderung, Anmeldung und Eintragung im Handelsregister. Das ist nicht mehr so, da inzwischen das Handels-, Partnerschafts-, Vereins- und das Genossenschaftsregister für Berlin zentral beim Amtsgericht Charlottenburg – Registergericht – geführt wird.

Anfallende Kosten beim Umzug einer GmbH

Folgende Kosten fallen so neben der Eintragung der aktuellen Geschäftsanschrift (in jedem Fall) für die Sitzverlegung einer GmbH zusätzlich an:

  • Notarkosten für die Beurkundung des Gesellschafterbeschlusses über die Sitzverlegung,
  • Anmeldung der Sitzverlegung zum Handelsregister,
  • Kosten für die Änderungen im Handelsregister und
  • die übrigen Kosten eines Umzugs.