Gründung einer GmbH

Die Gründung einer GmbH in Deutschland ist ein mehr oder weniger standardisiertes Verfahren und erfolgt in mehreren Stufen, die aufeinander aufauen. Es beginnt mit dem Entschluß der beteiligten Personen zur Gründung einer GmbH und endet mit der Eintragung der Gesellschaft ins Handelsregister. Bis dahin unterscheidet man zwischen der Vorgründungsgesellschaft, Vor-GmbH bzw. GmbH i.Gr. und der wirksam errichteten GmbH. Wesentliche Akte während des Gründungsverfahrens sind die Erstellung eines Entwurfs und die notarielle Beurkundung des Gesellschaftsvertrages, der in erster Linie die Beziehungen zwischen der GmbH und den Gesellschaftern sowie die Organisation der GmbH regelt. Nicht nur wegen der Haftungsbeschränkung ist die GmbH neben dem Einzelunternehmen und der Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) eine der beliebtesten und am häufigsten genutzten Rechtsformen in Deutschland.

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Vorteile der GmbH | Haftungsbeschränkung | Einzelunternehmen | Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) |

Rechtsgrundlagen zur GmbH

Die rechtlichen Grundlagen zur GmbH sind im GmbH-Gesetz (GmbHG) geregelt, das mit dem Gesetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen (MoMiG) 2008 zum letzten Mal umfassend reformiert und erneuert wurde. Eine der wesentlichen Neuerungen mit Wirkung ab 01.11.2008 war die Einführung der Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) als Rechtsformalternative zur GmbH, die insbesondere in Wettbewerb zur Rechtsform der Limited treten sollte.

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GmbHG | Überblick zur GmbH-Reform 2008 |

Gründung einer UG (haftungsbeschränkt)

Mit der o.g. GmbH-Reform 2008 ist die neue Rechtsformvariante zur GmbH namens Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) in Kraft getreten, auch bekannt als Mini-GmbH. Der Gesetzgeber wollte mittels dieser Rechtsformvariante gezielt den Kampf gegen die Limited aufnehmen, die in den Jahren zuvor für viele Existenzgründer als bessere bzw. günstigere Alternative zur GmbH erschien. Existenzgründer mit wenig Kapitalbedarf zu Beginn des Startups erhalten bei einer UG haftungsbeschränkt nunmehr eine Vorstufe zur GmbH, die mit wenig Startkapital und geringem Kostenaufwand gegründet werden kann, ohne auf die Haftungsbeschränkung verzichten zu müssen. Die Gründung der Mini-GmbH ist möglich im vereinfachten Verfahren mittels Musterprotokoll gem. § 2 Abs. 1a GmbHG oder im Wege der üblichen notariellen Beurkundung einer individuellen Satzung, die nachfolgend in den einzelnen Schritten erläutert wird. Auch der Einsatz als Komplementär-Gesellschaft innerhalb einer UG (haftungsbeschränkt) & Co. KG ist denkbar.

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Besonderheiten der UG (haftungsbeschränkt) |

Entschluß zur Gründung einer GmbH

Die GmbH als solche entsteht gem. § 11 Abs. 1 GmbHG erst mit der Eintragung ins Handelsregister. Bis dahin durchlaufen die Gründungsgesellschafter zwei rechtlich zu unterscheidende Phasen, die für die Frage der Haftungsbeschränkung zentrale Bedeutung haben. Mit dem formlosen Entschluß (der zukünftigen Gesellschafter) zur Gründung einer GmbH entsteht eine sog. Vorgründungsgesellschaft, die als Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) bzw. als Offene Handelsgesellschaft (OHG) qualifiziert wird. Die Haftungsbeschränkung der GmbH ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht wirksam und tritt auch nicht deshalb ein, weil die GmbH später eingetragen wird.

Achtung: Die Einzahlung des Stammkapitals auf ein Konto der Vorgründungsgesellschaft gilt nicht als Kapitaleinzahlung für die spätere GmbH, erst recht nicht, wenn das Kapital zum Zeitpunkt der notariellen Beurkundung des Gesellschaftsvertrages nicht mehr vollständig vorhanden ist.

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Vorgründungsgesellschaft |

Entwurf eines Gesellschaftsvertrages

Der Gesellschaftsvertrag der GmbH – auch Satzung genannt – regelt in erster Linie die Beziehungen zwischen der GmbH und den Gesellschaftern sowie die Organisation der GmbH. Hinsichtlich des Inhalts des Gesellschaftsvertrages unterscheidet man zwischen dem obligatorischen Mindestinhalt und darüber hinausgehenden individuellen Regelungen.

Im Rahmen des obligatorischen Mindestinhalts muß der Gesellschaftsvertrag der GmbH gem. § 3 Abs. 1 GmbHG zumindest folgende Regelungen beinhalten:

  • Firma und Sitz der Gesellschaft;
  • Unternehmensgegenstand der GmbH;
  • Höhe des Stammkapitals, mindestens 25.000 Euro;
  • Nennbetrag der Geschäftsanteile, die von den Gründungsgesellschaftern übernommen werden und
  • namentliche Benennung der Gründungsgesellschafter.

Darüber hinaus kann der Gesellschaftsvertrag einer GmbH individuell nach den Wünschen der Gesellschafter gestaltet werden, solange nicht gegen zwingende gesetzliche Gebote oder Verbote verstoßen wird (Muster Gesellschaftsvertrag).

Seit Inkrafttreten der GmbH-Reform 2008 kann bei der Gründung einer GmbH in Standardfällen auch ein gesetzliches Musterprotokoll verwendet werden. Zu unterscheiden ist zwischen dem

Das Musterprotokoll für die Gründung einer GmbH in Standardfällen (maximal 3 Gesellschafter und 1 Geschäftsführer, keine vom Gesetz abweichenden Bestimmungen) beinhaltet den Gesellschaftsvertrag der GmbH, die Bestellung des Geschäftsführers und die Gesellschafterliste.

Haben sich die zukünftigen Gesellschafter auf den Inhalt des Gesellschaftsvertrages geeinigt, folgt die notarielle Beurkundung.

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Muster Gesellschaftsvertrag |

Notarielle Beurkundung des Gesellschaftsvertrages

Der Gesellschaftsvertrag einer GmbH muss gem. § 2 Abs. 1 GmbHG von sämtlichen Gesellschaftern bzw. deren Vertretern unterzeichnet und immer notariell beurkundet werden. Im Rahmen dieses Termins beim Notar wird der Gesellschaftsvertrag von allen Gesellschaftern unterzeichnet und notariell beurkundet, der oder die ersten Geschäftsführer bestellt und die Anmeldung der GmbH zum Handelsregister notariell beglaubigt.

Mit der notariellen Beurkundung des Gesellschaftsvertrages entsteht die sog. Vor-GmbH (oder Vor-Gesellschaft), die mit der Eintragung der Gesellschaft ins Handelsregister in der GmbH aufgeht, d.h. die Vor-GmbH wandelt sich mit Eintragung ins Handelsregister mit allen Aktiva und Passiva automatisch in die GmbH um. Die Vor-GmbH ist schon unbeschränkt handlungsfähig und kann auch Träger von Rechten und Pflichten werden, insbesondere ein Bankkonto errichten, auf das die Gesellschafter im Falle der Bargründung die übernommenen Stammeinlagen einzahlen müssen.

Sofern die Gesellschaft schon zu diesem Zeitpunkt operativ tätig wird, muß im Firmennamen zum Schutz des Rechtsverkehrs ein  „in Gündung“ oder „i.Gr.“ aufgenommen werden. Bis zur Eintragung der GmbH ins Handelsregister haften die Handelnden (idR Geschäftsführer) etwaigen Gläubigern persönlich und solidarisch gem. § 11 Abs. 2 GmbHG. Die Gründungsgesellschafter haften für die Verbindlichkeiten der Vor-GmbH dieser gegenüber unbeschränkt und entsprechend ihrem Anteil am Stammkapital (= Verlustdeckungshaftung).

Zur weiteren Vertiefung:

Vor-Gesellschaft | Firmenname der GmbH |

Bestellung der Organe, insbesondere Geschäftsführer

Jede GmbH muß mindestens einen Geschäftsführer haben, der die Gesellschaft nach den Bestimmungen des Gesellschaftsvertrages und der gesetzlichen Regelungen nach außen vertritt. Grundsätzlich kann jede unbeschränkt geschäftsfähige natürliche Person Geschäftsführer einer GmbH werden. Durch die Bestellung wird der Geschäftsführer – unabhängig von einem entsprechenden Geschäftsführeranstellungsvertrag – Organ der GmbH. Der Abschluß eines schriftlichen Geschäftsführervertrages ist jedoch empfehlenswert, da hier das schuldrechtliche Verhältnis zwischen GmbH und Geschäftsführer geregelt wird, in erster Linie dessen Aufgaben und Pflichten, das Geschäftsführergehalt, ein Wettbewerbsverbot und ggf. eine betriebliche Altersversorgung.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit zur Bildung eines Aufsichtsrats oder Beirats, die in bestimmten gesetzlichen Fällen auch vorgeschrieben sind. Dies betrifft jedoch vorwiegend große Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten.

Zur weiteren Vertiefung:

Muster Geschäftsführervertrag |

Aufbringung des Stammkapitals

Das Stammkapital der GmbH und die diesbezüglichen Aufbringungs- und Erhaltungsvorschriften kompensieren quasi die Haftungsbeschränkung, die mit der Gründung einer GmbH verbunden ist. Das Stammkapital der GmbH ist eine feste und gesetzlich festgelegte Größe und bestimmt die Summe der Einlagen, die von den Gesellschaftern in Geld oder geldwerten Einlagen erbracht werden müssen. Sobald die Einlagen der Gesellschafter einmal erbracht sind, darf das zur Erhaltung des Stammkapitals erforderliche Vermögen nicht mehr an die Gesellschafter ausgeschüttet werden.

Zur weiteren Vertiefung:

Das Stammkapital der GmbH | Stammkapital der Mini-GmbH |

Anmeldung zur Eintragung ins Handelsregister

Die Anmeldung zur Eintragung der GmbH ins Handelsregister nimmt der Notar regelmäßig erst dann vor, wenn die entsprechenden Nachweise über die Aufbringung des Stammkapitals erbracht sind.

Eintragung der GmbH im Handelsregister

Mit der Eintragung ins Handelsregister entsteht die GmbH als solche und die damit verbundene Haftungsbeschränkung.

Veröffentlichung bzw. Bekanntmachung der Eintragung

Zuletzt sind die Eintragungen im Handelsregister zu veröffentlichen im Bundesanzeiger bzw. in den jeweiligen regionalen Bekanntmachungsblättern.

Anwaltliche Beratung zur GmbH-Gründung

Als erfahrener Rechtsanwalt auf dem Gebiet des Gesellschafts- und Steuerrechts kann ich Ihnen sowohl

  • bei der rechtssicheren Gründung Ihrer GmbH als auch
  • bei der anschließenden Erstellung der Buchführung, Lohnabrechnung sowie der Jahresabschlüsse und Steuererklärungen (= Steuerberatung)

professionelle Dienste anbieten.

a) GmbH-Gründung

Im Rahmen der Bargründung einer GmbH biete ich Ihnen folgenden Service zum Festpreis in Höhe von 375,00 EUR zzgl. 19% USt an:

  1. Telefonische Erstberatung zur Gründung einer GmbH im Wege der Bargründung (ca. 45 bis 60 Minuten),
  2. Abstimmung der Firmierung und des Unternehmensgegenstands mit der örtlich zuständigen Industrie- und Handelskammer (IHK) bzw. Handwerkskammer (HWK),
  3. Erstellung eines Gesellschaftsvertrages auf Basis eines Fragebogens (bis zu 3 Gesellschafter),
  4. Begleitende Mitwirkung und Beratung i.S. Kontoeröffnung, Einzahlung des Stammkapitals, Eintragung ins Handelsregister, Gewerbeanmeldung und steuerliche Erfassung beim Finanzamt mit Erteilung einer Steuernummer und Muster einer Eröffnungsbilanz).

In dem oben genannten Festpreis ist auch die Prüfung der Sozialversicherungspflicht der Gesellschafter-Geschäftsführer im Falle einer Mehrpersonen-GmbH inbegriffen.

Gegen einen Aufpreis in Höhe von EUR 150,00 zzgl. 19% USt erhalten Sie auch ein Muster eines Geschäftsführeranstellungsvertrages für einen Gesellschafter-Geschäftsführer.

Falls Sie vor der Umwandlung Ihres Einzelunternehmens in eine GmbH stehen, empfehle ich Ihnen zunächst die Lektüre meines Artikels zu diesem Thema.

b) Steuerliche Beratung, Buchführung, Jahresabschluß und Steuererklärungen

Im Falle einer GmbH-Gründung

  • im Großraum München oder in den
  • Landkreisen Bad-Tölz, Dachau, Ebersberg, Erding, Freising, Fürstenfeldbruck, Miesbach, Starnberg oder Wolfratshausen

kann ich Ihnen auch ein individuelles Angebot i.S.

  • Buchführung mit USt-Voranmeldungen und Lohnabrechnungen,
  • Jahresabschluss und
  • Steuererklärungen

erstellen.

Hierfür benötige ich von Ihnen jedoch ungefähre Angaben

  • zur Höhe des Jahresumsatzes,
  • zur Anzahl der Mitarbeiter sowie
  • zur Bilanzsumme.

Bei Bedarf oder Interesse können Sie mir mit dem nachfolgenden Formular Ihre Vorstellungen schildern und einen ersten Kontakt zu mir aufnehmen.