Für die Umwandlung des Einzelunternehmens in eine GmbH gibt es unterschiedliche Varianten mit diversen Vor- und Nachteilen. Neben der Umwandlung des Einzelunternehmens im Wege der Ausgliederung auf eine GmbH ist die Einbringung gem. § 20 UmwStG eine beliebte Variante, um das Einzelunternehmen steuerneutral in eine GmbH zu überführen. Demgegenüber ist es in der Praxis in der Regel nicht zu empfehlen, das bisherige Geschäft des Einzelunternehmens ohne weiteres einfach mit einer neu gegründeten GmbH fortzuführen. Im rechtliche Sinne handelt es sich um eine Betriebsaufgabe des Einzelunternehmens mit den entsprechenden Rechtsfolgen, insbesondere der Aufdeckung sämtlicher stiller Reserven einschließlich eines selbst geschaffenen Geschäfts- und Firmenwerts.

Inhalt:

  1. Ausgliederung des Einzelunternehmens in eine GmbH
  2. Einbringung des Einzelunternehmens in eine GmbH

Steuerneutrale Umwandlung des Einzelunternehmens in eine GmbH

Die Motive zur Ausgliederung oder Einbringung eines Einzelunternehmens in eine GmbH dürften die gleichen sein wie die Motive zur Gründung einer GmbH. Gleiches gilt für die Umwandlung einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts in eine GmbH.

Sehr häufig werden folgende Motive genannt:

  • Bedürfnis der Haftungsbeschränkung;
  • bessere Möglichkeiten zur Aufnahme von Investoren;
  • steuerrechtliche Motive;
  • Aufteilung eines Einzelunternehmens im Rahmen der Unternehmensnachfolge;
  • Vorbereitung der Veräußerung eines Teilbetriebs;
  • Aufbau einer betrieblichen Altersvorsorge.

Für die steuerneutrale Umwandlung des Einzelunternehmens in eine GmbH zu Buchwerten ist es im Sinne des § 20 UmwStG erforderlich, dass der bisherige Einzelunternehmer die funktionell wesentlichen Betriebsgrundlagen des Unternehmens auf die GmbH überträgt und im Gegenzug hierfür neue Gesellschaftsanteile erhält. Die Umwandlung des Einzelunternehmens in eine GmbH im Wege der Gesamtrechtsnachfolge ist möglich im Wege der Ausgliederung des Einzelunternehmens in eine GmbH oder im Wege der Einbringung in eine GmbH.

1. Ausgliederung des Einzelunternehmens in eine GmbH

Die Umwandlung des Einzelunternehmens in eine GmbH im Wege der Ausgliederung ist möglich als

Bei beiden Varianten ist es möglich, das gesamte Einzelunternehmen oder einen Teil des Einzelunternehmens in eine GmbH auszugliedern.

Allerdings ist die Ausgliederung des Einzelunternehmens in eine GmbH gem. § 152 S. 1 UmwG nur unter der Voraussetzung möglich, dass es unter der Firma des Kaufmanns bzw. der Kauffrau im Handelsregister eingetragen ist. Ferner ist auf die Ausgliederungssperre gem. § 152 S. 2 UmwG zu achten, d.h. es darf keine Überschuldung bei dem Einzelunternehmen vorliegen.

Der Kaufmann oder die Kauffrau erhält für die Übertragung des Einzelunternehmens im Wege der Ausgliederung neue Geschäftsanteile an der aufnehmenden GmbH.

a) Ausgliederung des Einzelunternehmens zur Neugründung einer GmbH

Bei der Ausgliederung zur Neugründung der GmbH handelt es sich um eine Sachgründung. Hier sind zusmmen mit der Anmeldung zur Eintragung der GmbH ins Handelsregister zusätzliche Nachweise zu erbringen, daß der Wert der Sacheinlage mindestens den Nennbetrag der dafür übernommenen Geschäftsanteile erreicht (§ 8 Abs. 1 Nr. 5 GmbHG). Im Falle der Neugründung der GmbH muss der Wert des Einzelunternehmens also mindestens 25.000 Euro erreichen.

Der Nachweis erfolgt in der Regel durch ein Werthaltigkeitsgutachten (bzw. eine Bescheinigung) eines Wirtschaftsprüfers, das die Werthaltigkeit des übertragenen Unternehmens bzw. der übertragenen Unternehmensteile beziffert und bestätigt.

b) Ausgliederung des Einzelunternehmens in bestehende GmbH

Im Falle der Ausgliederung des Einzelunternehmens auf eine bestehende GmbH erfolgt die Ausgliederung im Rahmen einer Sachkapitalerhöhung bei der GmbH, die betragsmäßig deutlich geringer sein kann als 25.000 Euro. Nichtsdestotrotz ist auch hier der Nachweis erforderlich, dass die Werthaltigkeit des übertragenen Unternehmens bzw. der übertragenen Unternehmensteile den Wert der Kapitalerhöhung erreicht.

2. Einbringung des Einzelunternehmens in eine GmbH

Die Umwandlung eines Einzelunternehmens in eine GmbH ist auch im Wege der Einbringung gem. § 20 UmwStG möglich. Auch hier ist zu unterscheiden zwischen der Einbringung des Einzelunternehmens zur Neugründung einer GmbH (Sachgründung) und der Einbringung des Einzelunternehmens in eine bestehende GmbH anlässlich einer Kapitalerhöhung.

Die Voraussetzungen und Rechtsfolgen der Einbringung eines Einzelunternehmens in eine GmbH sind in den §§ 20 bis 23 UmwStG geregelt. Anders als bei der Ausgliederung des Einzelunternehmens gem. Umwandlungsgesetz ist die Einbringung des Einzelunternehmens in eine GmbH auch ohne vorherige Eintragung der Firma im Handelsregister möglich.

Das Herzstück der Einbringung ist der Einbringungsvertrag zwischen bisherigem Einzelunternehmer und übernehmender GmbH. Zusätzlich ist bei der Einbringung des Einzelunternehmens die Zustimmung aller bisherigen Vertragspartner des Unternehmers erforderlich, was bei Einzelunternehmen ab einer gewissen Größe nicht mehr praktikabel ist.

a) Einbringung eines Einzelunternehmens zur Neugründung einer GmbH

Im Falle der Einbringung des Einzelunternehmens zur Neugründung einer GmbH handelt es sich rechtlich um eine Sachgründung, bei der die Aufbringung des Stammkapitals der GmbH durch Einbringung des Handelsgeschäfts erfolgt. Hierfür ist die Erstellung eines Sachgründungsberichts gem. § 5 Abs. 4 GmbHG erforderlich. Die Werthaltigkeit des Einzelunternehmens ist im Zweifel durch ein Gutachten bzw. eine Bestätigung eines Wirtschaftsprüfers nachzuweisen.

b) Einbringung eines Einzelunternehmens in eine bestehende GmbH

Die Einbringung des Einzelunternehmens in eine GmbH ist auch im Wege der Einbringung in eine bereits bestehende Gesellschaft anlässlich einer Kapitalerhöhung möglich.

Bei dieser Variante erfolgt im ersten Schritt zunächst eine umkomplizierte Gründung der GmbH durch mindestens hälftige Einzahlung des Stammkapitals. Im zweiten Schritt beschließen die Gesellschafter eine Kapitalerhöhung, wobei diese theoretisch bereits mit 1,- Euro realisiert werden kann. Im Rahmen dieser Kapitalerhöhung erfolgt die Einbringung des Einzelunternehmens als Sacheinlage.

c) Eine interessante Alternative in der Praxis ist die Bargründung der GmbH oder eine Barkapitalerhöhung, verbunden mit der Verpflichtung zur Einbringung des Betriebs, Teilbetriebs oder Mitunternehmeranteils als Aufgeld (Agio).

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