Mit Wirkung ab 01.01.2007 gilt eine neue Rechtslage zum Arbeitszimmer, wonach die Voraussetzungen für die Abzugsfähigkeit der Kosten für ein Arbeitszimmer im Rahmen der Einkommensteuer deutlich verschärft wurden. Seitdem können die Kosten für ein Arbeitszimmer gem. § 4 Abs. 5 Nr. 6b EStG 2007 nur noch in den folgenden Fällen abgesetzt werden, dann jedoch in unbegrenzter Höhe:

  1. Das Arbeitszimmer stellt den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung dar.
  2. Der Raum oder die Räume, deren Kosten abgesetzt werden sollen, stellen kein „Arbeitszimmer“ im Sinne des § 4 Abs. 5 Nr. 6b EStG dar. Nicht als „Arbeitszimmer“ gelten Räume, die aufgrund der Ausstattung und der Funktion mit einem gewöhnlichen Arbeitszimmer nicht vergleichbar sind. Das gilt sogar dann, wenn der Raum in die häusliche Sphäre eingebunden ist. Als Beispiele sind zu nennen: Werkstatt, Lagerraum, Ausstellungs- und Verkaufsraum, Tonstudio, Kunstatelier, Kanzlei- oder Praxisraum.
  3. Das Arbeitszimmer ist nicht in die häusliche Sphäre eingebunden, bildet also keine bauliche Einheit mit dem Wohnteil. Dies gilt vor allem in den Fällen, in denen ein von der eigentlichen Privatwohnung abgetrennter Raum in einem anderen Haus oder in einem Mehrfamilienhaus auf einer anderen Etage genutzt wird.
  4. Das Arbeitszimmer wird aus vorrangig betrieblichen Interessen an den Arbeitgeber vermietet, der es dann als Arbeitszimmer zur Nutzung überlässt. Diese Gestaltung bietet sich vor allem zwischen GmbH und Geschäftsführer an, wenn der Geschäftsführer am Betriebssitz keinen geeigneten Arbeitsplatz hat.
  5. Das Arbeitszimmer stellt kein „häusliches“ Arbeitszimmer dar, weil dort ein intensiver und dauerhafter Publikumsverkehr stattfindet. Das gleiche gilt, wenn fremde Angestellte im Arbeitszimmer beschäftigt sind.
  6. Handelt es sich bei dem Arbeitszimmer bei Selbstständigen um eine Betriebsstätte in unmittelbarer Nähe zu den übrigen Betriebsräumen, ist ebenfalls ein unbegrenzter Abzug der Kosten möglich.

Update:

Das Bundesverfassungsgericht beurteilte die Abschaffung der Abzugsmöglichkeiten im Falle eines Arbeitszimmers mit Urteil vom 6.7.2010 (2 BvL 13/09) teilweise für verfassungswidrig und hob die entsprechende Neuregelung zum 01.01.2007 wieder auf. Der Gesetzgeber musste für eine verfassungskonforme Neuregelung zur Abzugsfähigkeit der Kosten für ein Arbeitszimmer schaffen, die mit dem Jahressteuergesetz 2010 rückwirkend ab 01.01.2007 geschaffen wurde.