Das Liquiditäts- und Forderungsmanagement gehört zu den zentralen Aufgaben der Geschäftsführer einer GmbH. Gerade diese Bereiche erlangen in der Krise der GmbH existenzielle Bedeutung beim Kampf ums Überleben.

Inhalt:

 

1. Liquiditätsmanagement der Geschäftsführer

An erster Stelle für einen ordnungsgemäßen Geschäftsbetrieb steht die Aufgabe des Geschäftsführer, für die ordnungsgemäße Erfüllung der Zahlungsverpflichtungen der GmbH zu sorgen. Ausreichende Liquidität ist für ein Unternehmen von existentieller Bedeutung und steht daher an oberster Stelle. Es ist nicht deutlich genug zu sagen, dass die Liquidität in jeder Phase des Unternehmen existentiell wichtig ist für das Fortbestehen der GmbH. Die Zahlungsunfähigkeit eines Unternehmen ist einer der Insolvenzgründe, die den Geschäftsführer zur Stellung eines Insolvenzantrag zwingt.

Wichtig: Halten Sie als Geschäftsführer unbedingt die Zahlungstermine gegenüber Lieferanten ein, vor allem dann, wenn Sie ein Zahlungsziel von mehreren Wochen haben. Nichts ist schlimmer, als in der Phase einer kurzfristigen Liquiditäts- Krise zusätzliche Belastungen durch die Pflicht zur Vorkasse bei Lieferanten zu kompensieren.

Für ein wirksames Liquiditätsmanagement ist ein Liquiditätsplan unumgänglich, der monatlich den Bestand und die voraussichtlichen Einnahmen und Ausgaben in Form liquider Mittel enthält. Der Geschäftsführer hat sich ein Bild zu machen über Zeitpunkt und Höhe sämtlicher Zahlungsfälligkeiten der GmbH. Entsprechende Mittel sind bereit zu stellen. Anderenfalls hat der Geschäftsführer dafür zu sorgen, dass Fälligkeiten verschoben werden.

Die Umsatzsteuer spielt bei der Liquiditätsplanung eines Unternehmen eine ganz erhebliche Rolle. Die ausgewiesene Umsatzsteuer in Rechnungen muss an das Finanzamt abgeführt werden, auch wenn die entsprechende Rechnung vom Kunden noch nicht bezahlt ist. Hier kann es beispielsweise bedeutend sein, eine außergewöhnlich hohe Rechnung erst zum Monatsbeginn zu erstellen anstatt zum Monatsende.

Nimmt die GmbH Dispositionskredite oder andere Kreditlinien in Anspruch, muss der Geschäftsführer einer GmbH peinlichst darauf achten, dass keine Zwangsvollstreckung im Wege einer Kontopfändung auf dem Konto der GmbH erfolgt. Dies kann bewirken, dass das jeweilige Kreditinstitut die entsprechenden Kreditzusagen kündigt, was die Liquidität der GmbH nochmals beeinträchtigt. Das gleiche gilt bei Lastschriftrückgaben wegen unzureichender Deckung auf dem Konto der GmbH.

2. Forderungsmanagement der Geschäftsführer

Ebenso wichtig ist die Überwachung der Forderungen der GmbH im Sinne eines wirksamen Forderungsmanagement. Der Geschäftsführer hat dafür zu sorgen, dass die Forderungen der GmbH innerhalb der vereinbarten Termine erfüllt werden.

Nicht selten ist bei einer GmbH in der Krise zu beobachten, dass gleichzeitig Kunden der GmbH hohe Außenstände haben. Es ist immer wieder erstaunlich, wie Geschäftsführer einer GmbH in der Krise mit den eigenen Forderungen umgehen. Bereits verdientes Geld wird quasi nicht realisiert, aus den verschiedensten Gründen. Häufig habe ich jedoch in der Beratung beobachtet, dass Unternehmen Rechnungen erst bezahlen, wenn diese ernsthaft angemahnt werden. Solange dies nicht geschieht, erfolgt keine Zahlung.

Beispiel: Hat die GmbH eine Umsatzrendite von ca. 10%, muss sie bei einem Umsatzausfall von € 10.000 einen zusätzlichen Umsatz von € 100.000 erzielten, um diesen Ausfall zu kompensieren. Aus dieser Sicht ist es grob fahrlässig, wenn der Geschäftsführer eine ausstehende Forderung nicht rechtzeitig geltend macht oder eine Realisierung nicht wirksam verfolgt.

Folgende Maßnahmen gehören zu einem aktiven Forderungsmanagement der GmbH:

  • Bonitätskontrolle des Kunden bei großen Aufträgen;
  • wirksames und möglichst automatisiertes Mahnwesen;
  • Absicherung von Außenständen durch Kreditversicherung;
  • Möglichkeit eines Factoring prüfen.

Unverzeihlich ist es, wenn der Geschäftsführer keine wirksame Koordinierung zwischen Buchführung und Vertrieb eingerichtet hat. Man stelle sich vor, die GmbH führt einen weiteren Auftrag an einen Kunden aus, obwohl dieser schon die letzten 2 oder 3 Rechnungen nicht bezahlt hat. Regelmäßig kann sich die GmbH dann in die Liste der Insolvenzgläubiger einreihen.