Die betriebliche Altersvorsorge zugunsten der Geschäftsführer kann die GmbH mittels unterschiedlicher Durchführungswege aufbauen, wobei die wesentlichen Unterschiede im betriebswirtschaftlichen und steuerrechtlichen Bereich liegen. In der Praxis ist die Kombination einer Grundversorgung durch eine Versorgungszusage der Gesellschaft mit einer Ergänzung durch eine Direktversicherung sehr häufig.

1. Betriebliche Altersvorsorge

Im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge gibt es insgesamt die folgenden Durchführungswege, die jedoch auch miteinander kombiniert werden können:

  • Direktzusage der GmbH zugunsten der Geschäftsführer,
  • Beiträge zu einer Unterstützungskasse,
  • Beiträge zu einer Direktversicherung,
  • Beiträge zu einer Pensionskasse und
  • Beiträge zu einem Pensionsfonds.

Auf einen Blick können Sie hier die Unterschiede der einzelnen Durchführungswege erkennen.

2. Unmittelbare Versorgungszusage

Zunächst unterscheidet man zwischen

  • einer unmittelbaren Versorgungszusage und
  • einer mittelbaren betrieblichen Altersvorsorge.

Sehr häufig ist die unmittelbare Versorgungszusage, bei der die GmbH dem Geschäftsführer unmittelbar und direkt die Erbringung bestimmter Leistungen bei Eintreten des Versorgungsfalles verspricht. Bei der unmittelbaren Versorgungszusage beruht das Versorgungsverhältnis also auf einer zweiseitigen und direkten Beziehung zwischen Gesellschaft und Geschäftsführer. Durch die Bildung entsprechender Rückstellungen während der Ansparphase mindert sich während dieses Zeitraums der jährliche Gewinn der Gesellschaft. Erst in der Auszahlungsphase der Versorgungsleistungen werden die gebildeten Rückstellungen dann wieder gewinnerhöhend aufgelöst, so dass sich zwischen der Ansparphase und der Auszahlungsphase ein Finanzierungseffekt für die Gesellschaft ergibt. Die tatsächliche Liquiditätsbelastung für die Gesellschaft entsteht erst in der Auszahlungsphase der zugesagten Leistungen. Dennoch ist darauf zu achten, dass in ausreichender Höhe Rückstellungen (bzw. finanzielle Rücklagen) gebildet werden, um Liquiditätsengpässe in der Auszahlungsphase zu vermeiden. Empfehlenswert ist eine begleitende Rückdeckungsversicherung in Form einer Lebensversicherung auf das Leben des Empfängers der Versorgungsleistungen, wobei die Gesellschaft als Bezugsberechtigter der Versicherungsleistung eingetragen wird.

3. Mittelbare Versorgungszusage

Bei der mittelbaren Versorgungszusage bezieht die Gesellschaft einen externen Versorgungsträger in den Aufbau und die Abwicklung der betrieblichen Altersvorsorge ein, so dass dadurch ein dreiseitiges Verhältnis zwischen Gesellschaft, Geschäftsführer und Versorgungsträger entsteht.

a. Direktversicherung

Ein zunehmend beliebtes Mittel zum Aufbau der betrieblichen Altersvorsorge ist die Direktversicherung, bei der die Gesellschaft eine Lebensversicherung auf das Leben des Geschäftsführers abschließt, wobei letzterer (oder seine Hinterbliebenen) als Bezugsberechtigter der Versicherungssumme eingetragen wird. Das Unternehmen verpflichtet sich zur Erbringung der Versicherungsbeiträge, wobei diese auch im Rahmen einer Entgeltumwandlung erbracht werden können.

Die Direktversicherung ist sowohl für die Gesellschaft als auch den Geschäftsführer äußerst vorteilhaft:

  • Kalkulationssicherheit, da die Beitragszahlungen von Beginn an feststehen;
  • keine Beitragspflicht an den Pensionssicherungsverein zur Absicherung vor einer Insolvenz;
  • Übertragungsmöglichkeit auf einen neuen Arbeitgeber bei Wechsel des Geschäftsführers oder Fortführung mit eigenen Beiträgen nach Ende des Dienstverhältnisses.

Angesichts der steuerlichen Begrünstigung bleibt die Direktversicherung auch in Zeiten niedriger Zinsen ein interessantes Instrument der betrieblichen Altersvorsorge, zumal auch die Möglichkeit einer fondsgebundenden Direktversicherung zur Verfügung steht.

b. Unterstützungskasse

Ein beliebter Durchführungsweg im Rahmen einer mittelbaren Versorgungszusage ist auch die Einschaltung einer Unterstützungskasse als Versorgungsträger.

c. Pensionskasse

Die Pensionskasse ist wie die Unterstützungskasse eine rechtlich selbständige Versorgungseinrichtung, die dem zukünftigen Versorgungsberechtigten – anders als die Unterstützungskasse – jedoch einen Rechtsanspruch auf die Versorgungsleistungen gewährt und der Versicherungsaufsicht unterliegt.

d. Pensionsfonds

In 2002 wurde mit dem Pensionsfonds ein weiterer Durchführungsweg zum Aufbau einer betrieblichen Altersvorsorge eingeführt, bei dem die Versorgung auf eine rechtlich selbständige Versorgungseinrichtung in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft oder Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit übertragen wird. Auch der Pensionsfonds gewährt seine Leistungen nur einem bestimmten, eingeschränkten Kreis von Versorgungsberechtigten. Im Vergleich zur Pensionskasse sind Pensionsfonds jedoch im Hinblick auf die Anlage der verwalteten Gelder freier und bieten daher größere Renditechancen als die anderen Versorgungseinrichtungen. Wo mehr Freiheit besteht, gibt es jedoch auch mehr Risiko. Daher kann der Pensionsfonds auch nicht in gleicher Weise die Auszahlung einer bestimmten Versorgungsleistung garantieren. Die Gesellschaft haftet daher gegenüber dem Geschäftsführer subsidiär zumindest für einen Teil des möglichen Ausfalls (in Höhe der eingezahlten Beiträge minus eines biometrischen Ausgleichs). Ein weiterer bedeutender Unterschied zu den anderen Versorgungsträgern besteht darin, dass der Pensionsfonds ausschließlich Rentenleistungen an den Versorgungsberechtigten auszahlt und ein Kapitalwahlrecht zu Gunsten des Versorgungsberechtigten nicht vorgesehen ist.