Die Unterallgäu Aktiv GmbH ist ein sehr gutes Beispiel, wie Landkreise, Städte und Gemeinden in der Rechtsform einer GmbH Kapital und Fachkräfte bündeln können, um mit einer motivierten und schlagkräftigen Truppe große Energien freizusetzen. So zapft der Landkreis Unterallgäu sehr erfolgreich EU-Fördertöpfe an und setzt sich in Bayern an die Spitze derer, die die meisten Förderprojekte erfolgreich umgesetzt haben.

In der EU existieren eine Menge Fördertöpfe mit Millionen von EU-Fördergeldern zur Förderung aller möglichen Zwecke und Projekte. Oftmals sind die jedoch die Voraussetzungen und das Verfahren zum Abruf der Fördergelder derart kompliziert, dass sich kaum einer zurecht findet, wenn er nicht täglich damit zu tun hat. Dies hat auch der Landkreis Unterallgäu erkannt und (auch) zu diesem Zweck in 2002 die Unterallgäu Aktiv GmbH gegründet, die seitdem für die praktische Umsetzung des Regionalmanagements im Unterallgäu zuständig ist. Hierzu gehört auch die Koordination und Betreuung der vielen Projekte und Ideen, die das Unterallgäu in seiner Lebensqualität und in der Vermarktung nach außen stärken sollen.

Als zentrale Aufgaben der GmbH wurden folgende Bereiche definiert:

  • Koordination von und Beratung sowie Durchführung und Begleitung von Ideen und Projekten im Sinne des Regionalen Entwicklungskonzeptes (Regionale Landentwicklung, LAGManagement),
  • Wirtschaftsförderung und Standortmarketing in enger Zusammenarbeit mit dem Landkreis Unterallgäu sowie den Städten und Gemeinden der Region,
  • Öffentlichkeitsarbeit und Unterstützung der Image- und Tourismuswerbung für den Landkreis Unterallgäu.

Gesellschafter der Unterallgäu Aktiv GmbH sind der Landkreis Unterallgäu, die Städte Bad Wörishofen und Mindelheim sowie die Märkte Babenhausen, Bad Grönenbach und Ottobeuren. Während der Landkreis Unterallgäu allein – ganz zu schweigen von den kleineren Gemeinden – wahrscheinlich nicht die Ressourcen hätte, um sich einen oder mehrere Experten für EU-Förderrecht zu leisten, lassen sich unter dem Dach einer GmbH finanzielle und personelle Mittel einer ganzen Region bündeln, um dann im Sinne und zugunsten der Gesellschafter aktiv zu werden. Und der Einsatz von Kapital und Personal lohnt sich für die Beteiligten ungemein. Während der Abruf von EU-Leaderfördergeldern im restlichen Bayern (immer noch) schleppend läuft, nimmt das Unterallgäu zusammen mit den benachbarten Allgäuer LAGen und der LAG Auerbergland- Pfaffenwinkel mit fast 1.000.000 € bewilligten Fördergeldern die Spitzenposition in Bayern ein. Für weitere rund. 750.000 € für vier neue Kooperationsprojekte im Allgäu werden die Anträge bereits vorbereitet. Dabei handelt es sich um die Projekte

  • Weiterentwicklung der Marke Allgäu,
  • Bildungsportal Allgäu,
  • Aufbau der Gesundheitsdestination Allgäu sowie
  • Energieeffizienznetzwerke im Tourismus.

Die Unterallgäu GmbH versteht sich selbst als Dienstleister und Motor für die regionale Entwicklung des Unterallgäus sowie als Schnittstelle zur Netzwerkbildung in der gesamten Region. Das Expertenwissen in der GmbH kann über die Gesellschafter hinaus auch anderen Unternehmen, Vereinen, Verbänden und auch Privatpersonen in der Region als zur Verfügung gestellt werden.