Repricing oder Dynamic Pricing sind derzeit viel diskutierte Begriffe im E-Commerce. Wer als Händler Produkte über Amazon oder ähnliche Plattformen verkauft, sollte sich mit dem Thema Repricing auseinandersetzen. Die Mitbewerberpreise im Auge zu haben war für Händler schon immer wichtig, in Zeiten von Online-Handel gewinnt dies jedoch dramatisch an Bedeutung. Bei homogenen Produkten ist der Preis für den Verbraucher meist das ausschlaggebende Argument. Auf Onlinemarktplätzen wie Amazon können Kunden die Preise unterschiedlicher Anbieter auf einen Blick miteinander vergleichen.

Preiskalkulation

Im Online-Handel gestaltet sich die Preiskalkulation und -anpassung sehr komplex. Um dauerhaft bestehen zu können, benötigen Online-Händler ein möglichst breites Produktsortiment mit konkurrenzfähigen Preisen. Hier muss man zwar nicht zwangsläufig immer das günstigste Angebot haben, dennoch ist es nicht gerade vorteilhaft beständig über den Preisen der Konkurrenz zu liegen. Die alles entscheidende Frage lautet also: Was ist der optimale Preis für meine Produkte. Im Allgemeinen spricht man von einem optimalen Preis, wenn der jeweilige Artikel den maximalen Gewinn generiert. Eine Gewinnsteigerung kann durch eine Erhöhung des Absatzes oder aber durch eine Verbesserung der Marge erzielt werden. In vielen Branchen liegen die Margen im unteren Prozentbereich, um marktgerechte Preise für die angebotenen Produkte zu ermitteln, nutzen mehr und mehr Online-Handler daher das sogenannte Repricing. Das ist nicht nur für große, sondern auch für kleine Händler sehr interessant.

Was ist Repricing?

Beim Repricing geht es konkret um eine Steigerung des Gewinns durch eine kontinuierliche Anpassung der Produktpreise. Im Online Zeitalter muss dies natürlich schneller erfolgen, als es zu früheren Zeiten der Fall war, denn im Internet ändert sich die Marktsituation mitunter stündlich. Für den Kunden ist der Preis in vielen Fällen das ausschlaggebende Element wenn es darum geht einen Kauf zu tätigen oder von ihm abzulassen. Insbesondere im Online Handel, wo Kunden innerhalb von Augenblicken die Preise von Mitbewerbern untereinander vergleichen können, ist die richtige Preisfindung daher immer wichtiger für Händler. Letzten Endes bezeichnet Repricing eine automatisierte Art der Preisaktualisierung.

Ohne Softwareunterstützung unmöglich

Ohne spezielle Software ist Repricing nicht zu bewerkstelligen. Schon bei einer kleinen Produktpalette von z.B. zehn Artikeln gestaltet sich das Beobachten der Preisentwicklung mitunter schwierig und ist vor allem zeitaufwändig. Spezielle Repricing Software wie etwa der Sellerlogic Repricer, sind in der Lage, automatisch die Verkaufspreise der Mitbewerber innerhalb einer bestimmten Zeitspanne zu ermitteln. Wie gut die Repricing Software arbeitet, hängt immer mit den ihr zur Verfügung stehenden Daten zusammen. Eine exakte Kalkulation der Preise und insbesondere des Mindestpreises ist daher enorm wichtig für den Erfolg des Repricings. Folgende Parameter müssen daher bei der Verwendung einer Repricing Software berücksichtigt werden:

  • der Mindestpreis
  • der Maximalpreis
  • welche Wettbewerber sollen mitberücksichtigt werden, welche nicht?
  • Preisabstand zu Mitbewerbern
  • Welche Produkte sollen mit in die Auswahl aufgenommen werden?

Darüber hinaus können Repricing Programme, abhängig vom Funktionsumfang auch Statistiken anzeigen oder direkt an die eigene Warenwirtschaft angebunden werden.

Welche konkreten Vorteile bringt Repricing für Händler?

Die Anpassung des Preises hat natürlich mehrere Auswirkungen. Zum einen kann mit Repricing der Absatz gesteigert werden, indem das Absatzpotential aufdeckt wird und der Preis des jeweiligen Artikels gesenkt wird. Auf der anderen Seite kann Repricing auch die Marge erhöhen. Artikel beispielsweise, die über längere Zeit zu günstigeren Preisen als die Mitbewerber angeboten werden, lohnt sich eine leichte Preissteigerung oft um die Marge zu erhöhen.

Unterschiedliche Strategien nutzen

Je nachdem welche konkreten Ziele man also verfolgt, kommen unterschiedliche Repricing-Strategien zum Einsatz. Neben Basisstrategien kommen hier auch Wettbewerbs-bezogene, Sortiment-bezogene, Zeitgesteuerte und Sicherheits-bezogene Strategien zum Tragen. Es empfiehlt sich, das Thema Repricing schrittweise und nicht überstürzt anzugehen. Ziel ist letzten Endes nicht eine schnelle Gewinnsteigerung, sondern ein kontinuierliches Wachstum.

Für wen lohnt sich Repricing?

Insbesondere Händler mit einem Sortiment an homogenen Waren können vom Repricing profitieren. Händler mit nur wenigen Produkten und einem kleinen Sortiment können die Preise zwar manuell ändern, dennoch auch von dem Einsatz einer Software profitieren. Letzten Endes muss man auch mit einberechnen, dass die Nutzung einer Repricer Software mit Kosten verbunden ist, eine genaue Berechnung der einzelnen Posten kann daher dabei helfen, herauszufinden, ob sich der Einsatz einer Software im Einzelfall anbietet oder nicht. Im Hinterkopf behalten sollte man stets, dass manuelle Preisänderungen einen Geschäftsprozss darstellen und Arbeit verursachen, die entweder selbst durchgeführt werden muss oder Personal in Anspruch nimmt. Wenn der zu erwartende zusätzliche Gewinn höher ist als die Kosten für die Software, dann lohnt sich die Investition in jedem Falle finanziell. Große Händler kommen allein organisatorisch ohne entsprechende Softwarelösungen nicht mehr aus.

Am Ende darf man aber nicht vergessen, dass der Preis zwar ein gewichtiges, aber nicht das alleinige Verkaufskriterium darstellt. Kunden legen zudem Wert auf gute Bewertungen, schnelle Lieferzeiten sowie professionelle Produktfotos und Informationen. Auch Marketing und Werbung haben einen entscheidenden Einfluss auf das Käuferverhalten. Dennoch sind Repricing Programme eine einfache Möglichkeit für Händler ihre Preise anzupassen und so, je nach Größe des Sortiments eine Menge Zeit einsparen können.