Der Barcode ist einer der Meilensteine in der Geschichte der Elektronik und Digitalisierung unserer Wirtschaft und Gesellschaft. Er begegnet dem aufmerksamen Beobachter in zahlreichen Lebenslagen und Situationen und ist aus der heutigen Waren-, Wirtschafts-, und Handelswelt nicht mehr wegzudenken. Der Barcode ist eine wesentliche Grundlage für die Digitalisierung der Warenwelt.

Am Anfang steht immer eine Idee

Wie so viele Dinge wurde auch der Barcode (englisch bar für Balken), auch Strichcode oder Streifencode genannt, nicht über Nacht erfunden. Von der ersten groben Idee bis hin zum ersten „richtigen“ Strichcode verging einige Zeit. Bereits im Jahr 1949 meldeten die zwei Ingenieursstudenten Joseph Woodland und Bernard Silver die grundlegende Idee zum Patent an: Die Übersetzung des Morsealphabets von langen und kurzen Tönen in ein System, bestehend aus langen und kurzen Balken. Drei Jahre später, 1952 war das Patent endlich geschützt, wie das System aber konkret umgesetzt werden sollte, blieb noch offen.

Universal Product Code

Erste Praxistests mit dem zunächst noch kreisförmigen Strichcodes wurden ab Mitte der 1960er Jahre durchgeführt. Im Rahmen einer Standardisierung des Systems, an dem zu dieser Zeit viele Unternehmen ihr eigenes Süppchen kochten, entwickelte schließlich der IBM-Mitarbeiter George J. Laurer eine lineare Version des Strichcodes, der bis heute im Wesentlichen genau in dieser Form existiert und verwendet wird.

Als Geburtsstunde des Strichcodes kann mit Gewissheit der 26. Juni 1974 genannt werden, an welchem die Supermarktkassiererin Sharon Buchanan in Troy (Ohio, USA), um 08:01 den Barcode eines Päckchen Kaugummis nach UPC Norm einscannte. UPC steht hier für Universal Product Code. Äquivalent dazu steht die EAN – die Europäische Artikel Nummer. In Europa erfolgte die Einführung des EAN Codes 1976. (Die EAN Nummer ist eine reine Nummer, bestehende aus einzelnen Ziffern. Anhand dieser Ziffern wird der Strichcode generiert.)

Bedeutung für die Wirtschaft

Für die heutige Wirtschaft hat der Strichcode noch immer eine immense Bedeutung, die  mit der zunehmenden Digitalisierung noch deutlich größer geworden ist. Immer dann, wenn ein Produkt über Dritte verkauft werden soll, muss dieses mit einer EAN Nummer versehen werden. Für die Organisation der Produkte innerhalb der einzelnen Kassensystemen der Händler sind die EAN Nummern elementar wichtig. Die meisten international tätigen Unternehmen haben sich auf diese Codierung (UPC / EAN) geeinigt. Weiterhin ist die für den internationalen Buchhandel wichtige ISBN Nummer mittlerweile an die EAN gekoppelt. Auch wenn es mittlerweile Möglichkeiten der Produktcodierung gibt, welche mehr Optionen bieten als der Barcode (zum Beispiel RFID), sind die minimalen Kosten, die Barcodes für Hersteller verursachen Grund dafür, dass sie wohl noch lange genutzt werden. Im Internet kann man sich ohne viel Aufwand einen EAN Code kaufen.

Es gibt eine Reihe unterschiedlicher Variationen und Weiterentwicklungen des eindimensionalen Strichcodes. 2D, 3D oder sogar 4D Strichcodes ermöglichen zahlreiche neue Anwendungsgebiete.

Zukünftige Entwicklung des Barcodes

Zukünftig werden Strichcodes weiterhin von großer Bedeutung für den internationalen Warenhandel sein. Zudem werden sie stetig weiterentwickelt. So sind QR Codes heute beispielsweise nicht mehr aus dem öffentlichen Bild (Werbung oder auch Informationsangebote) wegzudenken. In Japan etwa, können senile Personen mittels QR-Code Armbändern eindeutig identifiziert werden und auch aus dem E-Commerce Sektor sind entsprechende Kennzeichnungen nicht mehr wegzudenken. Es bleibt also spannend, welche Funktionen in Zukunft ermöglicht werden, die aus der Ursprünglichen Idee, das Morsealphabet zu visualisieren, heraus entstehen werden.